• Sylvia Kester

Seychellen Feeling - Part I. + warum man das Glätteisen beruhigt zuhause lassen kann

Aktualisiert: 18. Feb 2019


Eine Woche auf der Seychelleninsel La Digue, und es gibt wieder einiges zu erzählen. Beim Ausstieg aus dem Flugzeug schon mal gleich ein Schlag ins Gesicht - vor allem wenn man aus der 0 Grad-Zone kommt. Ist. Das. Schwül! Also mit Makeup und Glätteisen brauchen Sie ihr Reisegepäck schon mal nicht zu belasten.


Aufgrund der Kürze der Zeit haben wir uns für einen 9 Stunden Condor Direktflug von Frankfurt nach Mahé entschieden. Denn, um dann auch endgültig auf der Insel zu stranden, sind noch die Wartezeit an der Fähre und ein 90 minütiger Fährtransfer hinzuzurechnen.





Wer nach La Digue reist sollte sich darüber im klaren sein: Es ist ein Entspannungsurlaub ohne großen Schnickschnack. Man kann tagsüber viel unternehmen, das Nachtleben ist, ich drück´s jetzt mal so aus... eher unspektakulär. Und da auf der Insel selbst nichts selbst produziert wird, müssen wirklich alle Güter angeliefert werden. Ok, Kokosnüsse. Kokosnüsse gibt es reichlich.


Ein Tipp gleich zu Beginn der Planung:

Den Rückflug für Nachmittag oder Abend planen, da Sie einen Vormittagsflieger auch mit der ersten Fähre vorraussichtlich nicht erreichen würden. Alternativ könnte man auch das Heli-Taxi mieten oder man plant noch eine Übernachtung auf Mahé ein.





La Digue - Die Insel und das Klima


La Digue ist mit einer Größe von knapp 10km² die kleinste der 3 bewohnten Seychelleninseln. Hier befinden sich der Nationalpark mit einer Vanilleschotenplantage zauberhafte Strände rund um die Insel und einem Urwald, der gleich hinter dem Haus beginnt. Es lohnt sich früh aufzustehen, da es aufgrund der Äquatornähe das ganze Jahr über bereits um spätestens 18.30 Uhr dunkel ist. Wir sind im Januar gereist, zur Regenzeit (Dezember-Februar). Aber wir haben Glück. Wenn, hat es nur nachts geregnet.

Auf den Seychellen herrscht ganzjährig tropisch warmes Klima mit Tagestemperaturen um die 30 Grad. Schwitzen ist eigentlich Tag und Nacht angesagt. Einzig wenn ich im Lokal zur Begrüßung mit "Bonjour Madame" angesprochen wurde, hab ich mich mal nicht "babbisch" gefühlt. Die Wassertemperatur ist warm. Hatte ich so auch noch nie und das mitgebrachte Mückenspray das von jedem dringend empfohlen wurde haben wir verwunderlicherweise kein einziges Mal benötigt.


Trotz der minimalen Ausdehnung der Insel bieten sich auch diverse WanderTouren an. Ein echter Klassiker ist die Bergtour zum Nid D’Aigle. Bis zum höchsten Punkt auf 333 m sind etwa 4 km Strecke zu bewältigen, von dem aus man dann aber mit einem sensationell schönen Blick über La Digue und die Nachbarinseln belohnt wird. Der Aufstieg ist nicht zu unterschätzen, zudem gibt es auf der gesamten Strecke wenig Schatten. Am besten früh los und mit einem Führer.


Was unbedingt zu empfehlen ist, von zuhause mitzunehmen, sind

*Taschenlampen, Adapter

*Bade-/Wasserschuhe

*Lesematerial und

*Kaffeepulver (außer Sie mögen gern Instantgebräu)


Mit Straßenlaternen haben sie es hier nicht so und wie gesagt, ab spätestens halb sieben kann es schlagartig dunkel sein. Interessant ist ja, wenn man Leute mit Taschenlampen sieht weiß man sofort: Aah, einer von uns...! Die Einheimischen sind nämlich grundsätzlich ohne Licht unterwegs - auch auf dem Fahrrad.


Die Strände rund um die Insel sind jeder für sich einfach nur traumhaft schön. Was man beachten sollte wenn man schnorcheln und baden möchte, sind die Gezeiten. Die sind vor allem an den Stränden der Westküste der Anse Severe, Anse Source d’Argent und Anse La Reunion spürbar.


An der Anse Severe verläuft etwa 150 m vom Strand entfernt parallel zur Küste, ein Saumriff. Die Wassertiefe fällt hier auf mehrere Meter ab, so dass man außerhalb des Riffs immer schwimmen und schnorcheln kann. Bei Ebbe allerdings fällt das Riffdach teilweise trocken und es ist weder ratsam noch gut für das Riff, hier zu Fuß rüber zu gehen. Daher sollten Sie zum Schwimmen und Schnorcheln an der Anse Severe die Zeit des Hochwassers wählen. An der Tourist-Information am Fähranleger, bekommen Sie auf Anfrage eine Kopie des aktuellen Gezeiten-Kalenders oder Sie schauen im Internet nach.




Ebbe an der Anse Source d`Argent

La Passe - Der Ort


Bei der Anfahrt mit der Fähre auf die Insel, wächst die Vorfreude mit jedem Meter dem wir uns dem Hafen des Ortes La Passe, nähern. Endlich einmal ein Paradies erleben, das man so nur aus Fernsehen und Hochglanzmagazinen kennt. Angereist, um sich überraschen zu lassen was sich uns bietet, und darauf einzulassen.


Wir schnappen also unsere Koffer und ziehen gen Unterkunft. Da diese in der Nähe des Hafens liegt erledigen wir das zu Fuß. Das Hauptverkehrsmittel sind hier natürlich die Fahrräder. Autos sind außer ein paar Taxis verboten. Viele Gästehäuser bieten einen Shuttleservice mit dem Golfcarts an. Klären Sie das im Vorfeld ab.






Im Prinzip besteht der 2200 Seelen-Ort eigentlich nur aus dem Hafen, einem zentralen Platz und einer langen „Hauptstraße“ rund um den Ort. Vorne führt sie direkt am Meer entlang und tagsüber kommt der Fahrradtrubel schon mal dem Berufsverkehr auf der A3 nahe, und auf der anderen Seite gehts teilweise durch den Dschungel. Da auch viele Tagesausflügler die Insel besuchen und sich ebenfalls Räder mieten, um den weltberühmten Baccardistrand Anse Source d`Argent zu besuchen. Die Gebäude im Orte sind einfach gehalten. Aber auch hier ist der Tourismus angekommen und es wird gebaut. Zum Glück meistens kleine Gästehäuser und keine hochgeschossigen Bauten.


Man kann der Insel nur wünschen, dass sie ihren Charme behält und das so auch der Natur zugute kommt.


Ja, wie überall ist Tourismus Fluch und Segen zugleich. Meist verliert sich die Natürlichkeit, weil jeder ein Stück vom Kuchen abhaben will. Schön ist, dass man hier keine zugemüllten Straßenecken findet. Auf Nachhaltigkeit und Ökotourismus wird auf den Seychellen doch großen Wert gelegt. Ab Juni sind auf La Digue deshalb auch Plastikstrohhalme verboten.


Hier ist die einfache Lebensweise gefragt. Man darf keinen großen Luxus erwarten. Und den braucht es auch nicht. Es gibt zwei Souvenierläden, natürlich Take aways, einige Restaurants und ein paar kleine gut sortierte Lebensmittel- und Getränkeläden. Und jeden Morgen ist Markt... öhm... ja.... Also der Markt: Bestehend aus einem Stand mit Fisch und einem Stand mit etwas Obst und Gemüse. That´s it!




Vereinzelt sieht man noch die ersten Häuser auf der Insel, gebaut aus allem was man so gefunden hat.


Mit groß shoppen is´ also nichts. Das hat uns jetzt auch nicht weiter gestört. Was wir aber doch vermißt haben ist es einfach abends - wie sonst im Urlaub üblich - sich auch mal länger gemütlich irgendwo hinzusetzten. Vereinzelt waren Lokale - ich glaub´ drei Stück - bis 22 Uhr geöffnet. Die Beachbars und Cafes schließen bereits um 18 Uhr. Generell ist ab 19:30 Uhr "rien ne va plus!", nichts geht mehr. Wie gesagt, es ist um halb sieben stockdunkel. Das Essengehen haben wir also regelrecht geplant, wenn wir nachmittags mit dem Rad ein Runde um den Ort gedreht haben oder gerade irgendwo unterwegs waren. Ja, da waren wir auch sehr überrascht. Aber man stellt sich darauf ein.





Villa Charme de L`ile - Die Unterkunft


Die meisten Unterkünfte der Insel sind Gästehäuser mit Selbstverpflegung und evtl. Frühstück und befinden sich auch nicht direkt - oder wenn nur vereinzelt - am Wasser. Das findet man dann eher auf Praslin oder Mahé. Aber man ist hier in kürzester Zeit an den Stränden.


Wir haben ein Appartement gebucht. Und unsere Unterkunft war wirklich wirklich super. Wie ich finde, eines der schönsten Anwesen der Insel überhaupt. Die Appartementanlage besteht aus 3 Häusern mit 5 Wohnungen. Die 75 m² großen Wohnungen sind hochwertig und mit allem Komfort ausgestattet. Das ganze Anwesen hatte einen bezaubernden Charme mit vielen liebevollen Details. Frühstück hatten wir für 10 Euro mitgebucht. Für Inselverhältnisse mit Panecakes, Bacon, Obst, Toast um Marmelade überdurchschnittlich gut. Wurst und Käse sucht man aber auf der Insel vergeblich. Auch die beiden charmanten Mitarbeiter sind sehr um die Gäste bemüht.








Fahrräder können wir direkt am Anwesen mieten. Zum Pool gehört ein gemütlicher Loungebereich. Wer im Pool allerdings Erfrischung sucht, tut dies vergebens. Eher Badewannenfeeling. Gerade in der Regenzeit (sollte es mal ein paar Tage durchregnen) kann man sich gut in der Anlage aufhalten. Ich war nur froh darüber, dass wir ein Familienspiel dabei hatten, weil Abends doch wenig Unterhaltung war. Da gab`s dann eben familiäre Rummycup-Turniere. And the winner is.... ok, Partien waren ausgeglichen...

Die Entfernung zum nächstgelegenen Strand Anse Severe mit dem Fahrrad 10 Minuten, zu den nächsten Einkaufsmöglichkeiten und zum Hafen 5 Minuten.





So, das war schon mal der erste Part meines Urlaubsbericht, der zweite folgt in Kürze... Da dreht sich dann alles ums Essen und Unternehmungen...



Sylvie

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Weitere Infos zu den Seychellen:


Als wir uns über die Insel informiert haben sind wir auf den Seiten von Simone von "wolkenweit" und von Caro & Martin´s "we travel the world" gelandet. Auf die ich gern für viele weitere Infos und Insidertipps verweise. Ich brauche hier ja nicht alles doppelt und dreifach zu schreiben wenn es schon so tolle InfoPosts darüber gibt .


Gebucht haben wir über Seyvillas, dem SeychellenSpezialist

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Die Seychellen gelten als eines der Luxusparadiese schlechthin - aber auch dieses Paradies hat Schrammen, verursacht durch den Mensch. Ich möchte Sie auf den Bericht der Umweltorganisation MareMundi hinweisen. Lesen Sie ihn und fahren Sie dann mit einem vielleicht noch bewußteren Gefühl für die Natur auf die Inseln im Indischen Ozean.






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