• Sylvia Kester

4 Wochen mit LUCA - oder Erfahrungen mit einem Straßenhund

Vier Woche ist unser rumänisches Strassenkind jetzt bei uns. Und aus Narnia wurde eine Luca. 1 Jahr waren wir ohne Hund aber, es hat einfach etwas gefehlt. Es war klar, keinen Reinrassigen zu kaufen. Dafür gibt es zu viele arme Kreaturen in den Tierheimen. Auch die Entscheidung ob aus dem Ausland oder einem Deutschen Tierheim, haben wir uns lange überlegt und uns letztendlich für einen Hund aus Rumänien entschieden.





Aber, die Auswahl fiel nicht allein aufgrund eines Fotos. Es gab eine gute Beschreibung zum Charakter des Hundes und ein aussagekräftiges Video war auch ins Forum gestellt.

Die Entscheidung einen Strassenhund zu nehmen haben wir uns gut überlegt. Diese Hunde sind einfach wie Ü-Eier. Und du darfst dich auf keinen Fall nur vom Aussehen leiten lassen. Du weißt nicht, was sie bisher erlebt haben und ob sie traumatisiert sind - Aber mich hat die Geschichte und vor allem ihr "Bewerbungs"-Video im Forum von Animal Souls e.V. überzeugt.


In Rumänien sind insbesondere die Herdenschutzhunde weit verbreitet. In vielen Mischlingen ist ein Teil davon im Charakter verankert. Es wird vermutet das sie ein Mioritic Mix ist. Da sie von der Optik her sehr ähnlich ist. Allerdings wesentlich kleiner als ein reinrassiger Mioritic. Diese Rasse sind Hüte- und Herdenschutzhunde. Und mit dem Thema Herdenschutzhund sollte man sich wirklich vertraut machen. Darauf hat uns Kerstin von der Organisation auch expliziert hingewiesen und ans Herz gelegt. Selbst, wenn sich der Charakter im Endeffekt anders entpuppen sollte. Ebenso wurde eine Grundstücksbegehung vom Verein vorgenommen. Vor allem ist eine Sicherung mit einem Geschirr und Schleppleine zu Beginn unbedingt erforderlich. Für den Hund ist alles neu – alles. Er kennt und kann gar nichts. Da kann ganz schnell Panik und Angst auftreten.


Auch wenn dem einen oder anderen das Ganze etwas überzogen vorkommt, es hat seinen Sinn!


Die Tiere kommen teilweise direkt aus dem Ausland, ohne vorher auf einer deutschen Pflegestelle gewesen zu sein. So auch unsere. Sie sind von der 2tägigen Fahrt sehr gestresst, da soll es nicht schon wieder nach einigen Tagen in einem deutschen Tierheim landen, nur weil man sich das doch alles einfacher vorgestellt hat. Unser Wunsch war ein vor allem sozialer und katzenverträglicher Hund. Und wir sind wirklich ohne Erwartung, aber mit der Aussicht auf viel Arbeit an die Adoption herangegangen. Schon nach ein paar Tagen zuhause, wurden unsere Erwartungen getoppt! Was man bisher vom Charakter und Wesen sagen kann haben wir einen tollen, liebevollen und vor allem anhänglichen Hund bekommen. Wir waren auf Arbeit eingestellt. Aber, sie hat uns die Arbeit bisher vollkommen abgenommen und versucht nur zu gefallen. Dafür hat die Übergabe im Vorfeld allerdings, schon sehr an eine Geiselübernahme erinnert:


Tatort Rastplatz


Die Hunde kommen mit einem speziell umgebauten Transporter direkt aus Rumänien.

2 Tage Fahrt – 3 Fahrer.

Anmeldung in einem Facebook Chat um weitere Instruktionen zu erhalten. Check.

Zusendung der Treffpunkt Koordinaten in Längen und Breitengrad und Google Map. Check.

Treffpunkt: Parkplatz an der Autobahn bei Frankfurt. Übergabe 23:30 Uhr. Im 30-Minuten Takt Aktualisierung der Uhrzeit. Check.

Es gab insgesamt 15 Übergabestellen bis Köln, weshalb die Parkplatzwahl an der Autobahn stattfindet. Soweit alles Ok. Wir also eine Stunde vor Ankunft am vereinbarten Treffpunkt. Personalausweis in der Tasche. Jetzt heißt es warten.


Das Gefühl, nachts auf einem AutobahnParkplatz, kann man jetzt nicht unbedingt als heimelig beschreiben. Auch eine andere Dame, die ihren Schützling abholen wollte, war froh, nicht mehr allein warten zu müssen. Zumindest herrschte reger Publikums“Verkehr“ im Wald hinter uns. Dabei hätte ich mir - wie sich im Nachhinein herausstellte - eher weniger Gedanken um mich, als um den Gatten machen müssen.

Der Parkplatz war ein beliebter HotSpot. *mannOmann* im wahrsten Sinne des Wortes.


Pünktlich nach einer Stunde kam der Trapo. Die Vorfreude aller konnte nicht größer sein. Insgesamt wurden 3 Hunde übergeben. Es war alles sehr gut organisiert und vorbereitet. Wir mussten die Geschirre ins Auto geben. Die Tür wurde wieder geschlossen. Nacheinander ist das Geschirr den Hunden samt Leine angelegt worden und sie wurden von den Fahrern in die Autos getragen und sofort gesichert.


Erst mal zur Ruhe kommen lassen


Wir bekamen noch die Anweisung, doch bitte mit den Hunden jetzt nicht aktiv zu werden und sie einfach erst einmal in Ruhe zu lassen. Zuhause angekommen wollte sie zwar erst nicht aus dem Auto. Aber dann im Haus, hat sie sich unter verhaltenem Schwanzwedeln vorsichtig umgesehen. Da es schon 1 Uhr war gingen wir ziemlich gleich ins Bett. Im Schlafzimmer hat sie sich auch sofort hingelegt. Das Fenster wurde offengelassen. Denn, sie hat gestunken wie ein Iltis. Deshalb war am nächsten Abend erst mal Baden angesagt!


Dass eine Adoption nicht immer so unkompliziert vonstatten geht wie bei uns, könnt ihr bei Julia nachlesen. Sie hat 2020 ihren Hund Nola adoptiert und die zwei hatten es die erste Zeit nicht ganz so einfach wie wir.


Ich möchte mich nochmal herzlich bei unserer rumänischen Tierschützerin Irina und bei Animal Souls e.V. bedanken. Es wurde alles mit ehrenamtlichem Herzblut betreut. Jetzt sind wir gespannt, was noch auf uns zukommt...


Bis jetzt kann ich sagen, unsere LUCA ist das Beste was uns hätte passieren können!


tierische Grüße

Sylvie LINKS

Martin Rütter – Auslandshunde

Animal Soules e.V.






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