• Sylvia Kester

Alter ist auch nur eine Zahl

Iris Apfel. Ältestes Model und Ikone. Letzte Woche ist sie 98 Jahre alt geworden und top fit. Glück gehabt.

Alt werden, wollen wir alle. Aber alt sein, will keiner!



Man kann schon einiges dafür tun, aber es spielen natürlich auch die Gene eine Rolle. Meine Aussichten sind da gar nicht schlecht. Hoffe mal ich bekomm das auch so hin. Aber ein Ziel habe ich mir für's Alter doch gesetzt:

Ich will eine lustige, lebensfrohe und zufriedene Alte werden, die man gerne besucht, die was zu erzählen hat und mit der man gerne Zeit verbringt!


Um dahin zu kommen, zählt auch das seelische Gleichgewicht und das Gebraucht werden. Für mich ist Selbstmitleid schon heute verschwendete Lebenszeit. Lieber kurz mal geschüttelt und kucken wie man das Ganze anderweitig gebacken bekommt. Vor allem mit einer positiveren Einstellung. Wichtig im Alter ist auch das Gefühl gebraucht zu werden. Und gebraucht wird man immer irgendwo. Wenn nicht in der eigenen Familie dann vielleicht in einer anderen als Oma/OpaErsatz. Oder bei der Tierhilfe, im Gartenbauverein, vielleicht irgendwo hinter der Theke einer Bar (also ich könnte mir vorstellen mal in einer Travestiebar hinterm Tresen zu arbeiten und mir die ganzen Geschichten anhören :) oder als Oma/OpaErsatz in einer anderen Familie. Es gibt so viele Möglichkeiten.

Ich finde Menschen die nur nörgeln, andere beschnutteln, die ganze Zeit nur lamentieren und über ihre Wehwehchen erzählen furchtbar. Vor allem: Es interessiert ja auch keinen! Keinen!

Erschreckend ist, dass ich das sogar schon in meiner Altersklasse, den Ü 50ern, festgestellt habe. *schüttel* Klar kann man mal kurz sagen, mir tut der Fuss weh oder die letzte Woche war echt scheiße... aber welches Gelenk genau, wie lange schon, was der Doc sagt.. hä? Wen interessiert's. Das ist das gleiche wie mit den Kids. Im Prinzip interessieren immer nur die Eigenen. Wie schnell die anderen sprechen gelernt haben oder sauber wurden interessiert nicht. *ichwilldasnichthören* Und, was mir auch noch wichtig ist im Rentenalter (wo ich hoffe, dass ich bis dahin noch ganz ganz viel Zeit habe): Dass ich ein Auskommen mit dem Einkommen habe. Es macht mich traurig, wenn ich alte Menschen sehe, die sich die Rente mühsam mit Flaschensammeln oder einem Minijob aufbessern müssen. Das dürfte nur etwas für Jugendliche sein, die ihr Taschengeld aufbessern wollen. Aber nicht für jemanden, der sein ganzes Leben schwer gearbeitet hat. Egal, ob er in die Rentenkasse selbst etwas eingezahlt hat oder als Mutter zuhause war.

Wer in seinem Leben viel gearbeitet hat, muss es anerkannt bekommen!! In Form einer Rente die ihm/ihr gerecht wird und nicht am Limit leben lässt - und das ohne Versteuerung. Denn, nicht jeder ist privilegiert, später im eigenen Haus zu wohnen, gesundheitlich voll auf dem Damm zu sein oder einen Partner zu haben der gut verdient hat. Es muss doch möglich sein, wenn man zur Bankenrettung eine Billion zur Verfügung gestellt hat, auch für seine alten Menschen als Unterstützung finanziell da zu sein...


Bildgröße: 50 x 70 cm, Acryl auf Leinwand

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