• Sylvia Kester

La Digue - Part II. + wie man sich auf den Seychellen spontan verliebt

Aktualisiert: 18. Feb 2019


Ich mach`s heute mal andersrum und fang mit meinem Fazit zur Seychelleninsel La Digue an: Part I. über die Insel und unsere Unterkunft ist übrigens HIER nachzulesen.





Es ist wirklich ein Traum diese paradiesischen Strände einmal zu erleben. Was man nicht darf, ist mit Luxus-Erwartungen anzureisen. Nur weil man auf einer Insel in der Karibik ist heißt das nicht man ißt mit goldenen Löffeln. Das Leben hier ist einfach. Man muss alles auf sich zukommen lassen, einfach genießen und nehmen wie es kommt. Für uns war eine Woche auf La Digue ausreichend, wären wir länger geblieben, hätten wir entweder noch Inselhopping gemacht oder eine Katamarantour gebucht. Nur das mit dem Essengehen ist doch etwas gewöhnungsbedürftig - in Bezug auf die Uhrzeit und der frühen Dunkelheit. Und... für die Abendunterhaltung müssen Sie selbst sorgen.





Amüsiert haben wir uns ja über das Feedback eines Freundes, dem wir einige Urlaubsfotos geschickt haben: Habt ihr etwa die Insel für euch alleine gebucht?

Damit es nicht ganz so dekadent aussieht, wurden dann halt noch ein paar geschickt, auf denen ein paar Statisten engagiert und positioniert waren...








UNTERNEHMUNGEN


Die Seychelleninsel La Digue ist zwar überschaubar, aber nicht langweilig. Natürlich sind da - und deswegen reist man ja eigentlich auch an - die zahlreichen traumhaften Strände rund um die Insel. Eines unserer ersten Ausflugsziele war die Anse Source d´Argent. Den Strand der Seychellen, den man aus der Baccardi- und Raffaelowerbung kennt.


...what a feeling.


Entsprechend viel ist natürlich los, weil auch zahlreiche Tagesgäste mit der Fähre angereist kommen. Man sollte sich nicht nur gleich am Anfang aufhalten. Geht man am Strand entlang oder den kleinen Waldpfad weiter nach hinten findet man auch die gewünschte Ruhe. Die Felsformationen sind wirklich so wie man sie sich auch vorstellt und perfekte Fotomotive. Du steht schon öfters da und denkst nur: it's real it's real...





Zum Baden und schnorcheln sind eher die Strände hier im Westen geeignet. Auf der gegenüberliegenden Seite im Osten, kann das schon schwierig werden. Und die Warnhinweisschilder an manchen Stellen mit "nicht Baden" soll man wirklich beachten. Dadurch, dass den Stränden im Südosten kein Riff vorgelagert ist, können die Strömung und der Wellengang echt stark sein. Wie etwa an der Grand Anse. An der Grand Anse sind zudem auch die Schattenspender rar. Sehr rar! Nehmen Sie sich am besten einen Regenschirm als Sonnenschutz mit. Als wir nachmittags ankamen, waren zwar aus Palmblätter kleine Schutzhütten zusammengesteckt worden. Aber die sind eigentlich illegal und sollen auch nicht unterstützt werden. Obwohl die Polizei hinterher ist, gibt es einige jugendliche Einheimische, die die eh schon wenigen Palmen in der Umgebung zerpflücken, weil sie einfach die Palmwedel abreißen und Hütten bauen , um damit ein paar Rupien zu verdienen. Und nach ein paar Tagen sind die Blätter welk und es werden neue Hütten gebaut.


Was mich generell etwas genervt hat, waren die Gezeiten. Jaa, *augenroll* ich weiß... ich bin am Meer da soll sowas schon mal vorkommen...

Meist wenn man an den Strand zum schwimmen wollte, war das Wasser weg. Man"n" hat sich dann über einen Link täglich über die Gezeiten und ihren Höchststand informiert. Die haben sich nämlich täglich geändert. Da rennste da mit deinen Flossen und Brille gen Wasser, bereit zum eintauchen und dann ist keins da... *tststs*





Ein Tipp

Nehmen Sie UNBEDINGT Badeschuhe an alle Strände mit. Es läuft sich einfach besser damit im Wasser.

Und für Kokosnüsse sollten Sie so um die 50 Rupien bezahlen.





10 Minuten von unserem Appartement entfernt befindet sich der Strand Anse La Réunion. Das Meer ist an dieser Stelle flach, bei Ebbe und Flut. Außerdem gibt es einige Strandbars und zwei Riesenschildkröten, die täglich ihre Patroullie laufen und sich immer über ein paar Streicheleinheiten und etwas Obst freuen.





Park L'Union Estate


Um an den Strand der Anse Sourece dÁrgent zu kommen muss man durch den Park "L´Union Estate". Eintrittspreis etwa 8 Euro. (Landeswährung sind Rupien. Das konnten sich der mitgereiste Anhang aber absolut nicht merken, also waren es Lire, Schilling, Dollar und Mark). Der Park ist aber sein Geld wert - auch wenn man öfters herkommt.








Denn hier gibt es sehr viel zu sehen. Etwa die Vanilleplantage, eine traditionelle Ölmühle zum Verarbeiten von Kopra, das getrocknete Kernfleisch von Kokosnüssen, aus dem Kokosöl gewonnen wird. Mein Mann hat sich von einer netten Mitarbeiterin die Ölmühle mal zeigen lassen. Ich hatte dafür keine Zeit.


Ich musste Schildkröten streicheln!


Apropos Riesenschildkröten... DIE SIND JA SOWAS VON SÜß!! Ich bin schockverliebt. Sie hätten mal erleben müssen wie die ihre Streicheleinheiten genossen und den Hals gestreckt haben. Im Park gibt es nämlich ein Schildkrötengehege.






Allerdings stehe ich dem doch auch sehr skeptisch gegenüber. Es sind einfach zuviele Schildkröten dort drinnen. Natürlich möchte man den Touristen das bieten was sie erwarten und zu den Seychellen gehören nunmal diese sanften Riesen, aber hier fängt bei mir auch Tierschutz an. Es ist schon verständlich, dass sie im Park nicht alle frei laufen können, da sie sämtliche Grünpflanzen fressen würden, aber das könnte mit Sicherheit auch anders gelöst werden!



ESSENGEHEN


Und, eins ist für mich auch schon mal klar: La Digue ist ein kulinarisches Mekka. Nicht! Ich habe es auch nicht glauben können, aber wir haben die ganze Woche kein einziges Mal einen Fisch vom Grill zu Gesicht bekommen. Du hast Touri-Standart-Kram wie: Spagetti Carbonara, Spagetti Bolognese, Fish 'n Chips, Sandwiches in allen Variationen, Pizza, natürlich Currys und Burger mit Pommes, aber gegrillten Fisch? Niente! Oh, doch... was erzähl ich denn. Einmal hat mein Mann von der Karte den Fisch des Tages genommen. Es kam... Makrele... gegrillt. Wer Makrele kennt, der weiß, die ist trocken. Sehr trocken. Aber dann auch noch gegrillt....


Der Mann hat jetzt eine Staublunge.


Wir haben einige Lokale ausprobiert und uns im Endeffekt für zwei entschieden in denen wir die Woche über gegessen haben. Zum einen in Mimi´s Cafe, das sich auf dem Weg Richtung Grand Anse befindet.






Sehr freundlich und hilfsbereit. Der Gatte hat hier schon mal Eindruck geschunden, indem er sich immer gleich zwei Flaschen Seybru, ein wirklich gutes einheimisches Bier, bestellt hat. Ein Bayer hat jetzt nun mal nicht unbedingt weniger Bierdurst nur weil er auf einem karibischen Island ist. Und einmal tief eingeatmet und so ein 0,25er Fläschchen ist weg...

Sie verstehen!?


Bei Mimi kann man übrigens mit beginnender Dämmerung unheimlich viele Flughunde in den Bäumen beobachten. (Auch wenn es auf der Insel zahlreiche Tierchen gibt. Wir haben trotzdem kein Flughund Curry probiert) Außerdem funktioniert das Dschungeltelefon perfekt und es ist kein Problem, dass Sie mit Ihrem platten Fahrrad auf der Pritsche eines Kleinlasters, eingepfercht zwischen diversen Kühlschränken und indischstämmigen Helfershelfern, vom Freund der Familie an Ihre Unterkunft verfrachtet werden...


Zum anderen MUSS man mal bei "Chez Jules" einen Salat mit selbst geräuchertem Oktopus gegessen haben. Ein Gedicht. Wie auch die anderen Gerichte. Hier kann man sich an den Tresen setzten, essen und dabei den Blick auf das Meer genießen. Die Bar liegt etwa 20 Minuten von La Passe entfernt fast am Ende des Radweges, direkt an der Anse Banane. Da rentiert sich jeder getrippelte Meter. Nehmen Sie vor allem hier eine Taschenlampe mit und man beachte: Wie fast überall schließt auch diese Bar um 18 Uhr.







KUNST IST HIER BUNT


Auf La Digue kommt auch die Kunst nicht zu kurz: Im Park befinden sich einige Souveniershops mit regionalen Produkten. Und wer mal ein typisch kreolisches Haus sehen möchte, der sollte sich das große Holzhaus mit der Veranda und dem Palmendach im Park auch von innen ansehen. Im Untergeschoß befindet sich eine kleine Kunstgalerie mit Souveniershop. Da habe ich mir doch gleich mal meine Mitbringsel gesichert.


Wir waren mit dem Fahrrad unterwegs, diesmal an der Anse Grosse Roche im Nordosten. und sind an der "Art Galerie" vorbeigekommen. Diese befindet sich übrigens in einem Teil der "Villa Verte", einem Ferienhaus im kreolischen Stil, das von einem bekannten einheimischen Künstler kreiert und entworfen wurde - George Camille. Die Arbeiten des 1963 geborenen Künstlers werden seit 1983 auf den Seychellen, in London, Paris, auf Martinique, Mauritius und Reunion ausgestellt. Einige der Gemälde des Künstlers sind in der Galerie zu sehen. Seine Arbeiten bestehen aus verschiedenen Medien, wie Radierungen, Wasserfarben, Bleistift und Pastellzeichnungen, Seidenmalerei, Acryl und Reliefcollagen. Mit seinen Bildern versucht er, die Farben und den Geist des kreolischen Lebens einzufangen. Einfach schön bunt.


Also da kann man doch als Künstler selbst schon etwas neidisch werden. Eine Galerie mit solch einem Ausblick... not bad not bad!









SCHNORCHELN


Wir wollten natürlich auch die Unterwasserwelt kennenlernen und haben uns für einen Schnorchelausflug angemeldet. Es ist absolut faszinierend und spannend, vor allem wenn man noch nie auf diese Art unter Wasser war - wenn man mal davon absieht dass ich vorab kurz im Pool geübt habe. Unterschätzen Sie aber nicht die Strömung. Ich habe mir dann eine Schwimmweste geben lassen und dümpelte einer Wasserleiche gleichend an der Oberfläche rum. Natürlich fällt das Trinkgeld für die Crew etwas besser aus wenn auch eine Wasserschildkröte gesichtet wird. Deshalb kommt es öfters vor, dass einer der Jungs nach unten taucht und zusieht dass er eine findet und die nach oben holt. Leider haben sie auch bei uns getan. Aber da sollten Sie so fair sein und direkt sagen, sie sollen es bleiben lassen und das Tier vor allem nicht aus dem Wasser heben. Anfassen ist nämlich strengstens verboten.






INSELAUSFLUG NACH PRASLIN

Einen Regentag hatten wir. Da fuhren wir mit der Fähre rüber nach Praslin. Soviel gleichmal vorab: Ziehen Sie sich bei einer Busfahrt über die Insel lieber gleich das Totenhemd an *stirnabwisch*. Im Prinzip ist es egal wo Sie ein- bzw. aussteigen. Die Busse drehen immer die gleiche Runde. Und das ganze für umgerechnet 60 Cent. Wir sind direkt am Hafen in den Bus gestiegen und haben eine Rundfahrt über den Berg auf die andere Seite der Insel unternommen - zum Strand Grand Anse.



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Hier nochmal meine Empfehlungen:


Essen: Mimi`s Cafe an der Straße zum Grand Anse und Chez Jules | allerlei Seafood-Speisen und Snacks (Anse Banane im Norden von La Digue)


Wandertrips buchen Sie am besten bei Robert von sunnytrail

Weitere Infos zu den Seychellen:

Als wir uns über die Insel informiert haben sind wir auf den Seiten von Simone von "wolkenweit" (sie ist absoluter Insider und wohnt seit einigen Jahren auf der Insel). Sie vermittelt auch gern Ansprechpartner für Bootsausflüge die zuerst an die Natur denken und nicht an den Profit.

Ich brauche hier ja nicht alles doppelt und dreifach zu schreiben wenn es schon so tolle InfoPosts darüber gibt .


Gebucht haben wir über Seyvillas, dem SeychellenSpezialist. Auch finden sich viele Infos auf der Internetseite.

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Die Seychellen gelten als eines der Luxusparadiese schlechthin - aber auch dieses Paradies hat Schrammen, verursacht durch den Mensch. Allerdings braucht es auch den Menschen um sie wieder auszubessern.

Ich möchte Sie auf den Bericht der Umweltorganisation MareMundi hinweisen. Lesen Sie ihn und fahren Sie dann mit einem vielleicht noch bewußteren Gefühl für die Natur auf die Inseln im Indischen Ozean.

Grüße von der Insel

Sylvie

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