• Sylvia Kester

Italienische Adria? - WINE NOT!

Urlaub an der Adria muss nicht unbedingt nur Badeurlaub bedeuten. Es ist sogar schade, nicht auch mehr von Land und Leuten zu entdecken. Wenn wir in Riccione und Misano Urlaub machen wechseln sich Strand und Unternehmungen ins Hinterland ab. In diesem Jahr hatten wir wieder die Räder im Gepäck. Durch Zufall haben wir per Rad, so schon viel entdeckt. Auch einige Weingüter in der Region kennengelernt, auf die wir normalerweise sonst nie aufmerksam geworden wären. Im Weingut Del Tempio Antico nehmen wir seit dem immer unseren Rotwein Vorrat mit. In diesem Jahr habe ich dann auch mal nachgefragt, ob wir uns den Weinkeller ansehen dürfen. Wir durften. Nur soviel dazu: Er stammt aus der Tempelritterzeit und erstreckt sich unterirdisch in Katakomben über den gesamten Haus- und Hofraum. Boah! Auch dieses Jahr gibt es Neues zu entdeckt: Die Enio Ottaviani Winery Wie schön ist es denn hier bitteschön! Da gönnt man sich doch gern eine Auszeit bei einem Glas Vino, sympatischen Gastgebern und umgeben von traumhafter Landschaft mit endlosen Rebreihen.





Mit dem Fahrrad on Tour im Naturschutzgebiet Oasi del Conca


Wir radeln also direkt vom Hotel aus los und kommen schon nach kürzester Zeit ins Naturschutzgebiet Oasi del Conca Absolut erlebenswert. Das Gebiet bildet einen breiten Grüngürtel, der die Stadt umgibt und bis ins hügelige Hinterland reicht. Es gibt tolle Fahrradstrecken für Mountainbiker, die am Strand beginnen und direkt in den Oasi del Conca führen. Außerdem ist das Naturschutzgebiet reich an Wanderwegen. Der Fluß Conca ergießt sich zwischen Cattolica und Misano direkt ins Meer und schon hier beginnt der Fahrradweg ins Naturschutzgebiet am Fluß entlang.





Zum einen hat uns der Weg zu den Weingütern geführt, zum anderen führte er auch zum Motodrom in Misano. Denn Moto-Rennsport-Freunde kommen ebenfalls auf ihre Kosten: Wir haben uns bereits ein Motorrad-Trainingsrennen auf norditaliens berühmtester Rennstrecke, dem Misano World Circuit,  angesehen. Ist nur etwa 5 km von unserem Hotel Tivoli entfernt. Hier findet die FIM-Motorrad-Weltmeisterschaft zum Großen Preis von San Marino statt.


Der Misano World Circuit


Seit dem Jahr 2007 ist der Misano World Circuit eine feste Größe im Rennkalender der Motorrad-Weltmeisterschaft und ein Austragungsort der Superbike-Weltmeisterschaft. Neben den Motorradrennen ist die Rennstrecke auch Austragungsort von Truckrennen. Wenn Sie übrigens mit einem Sportwagen unterwegs sind können Sie ihn  hier gegen eine Gebühr gern mal aufheulen lassen. Über die Rennstrecke gibt es eine geführte BikeTour, für die man sich anmelden kann. Bei Trainingsrennen hat man kostenlosen Zugang zur Besuchertribüne (rechts um den Eingang herum), um das Ganze aus nächster Nähe zu verfolgen.






Unbedingt lohnt sich ein Ausflug nach Gabbice Monte, das bereits in den Marken liegt. Mit dem Auto oder dem E-Bike jetzt kein großes Problem. Der Gatte hat sich die Aussicht mit seinem Mountenbike ohne E hart erfahren. Aber der Blick von da oben ist einfach phantastisch und lohnt jede Anstrengung.




Auch Rimini ist es wert besucht zu werden. Mit dem Auto braucht man für die 13 km länger, als wenn man mit dem Rad am Meer den Radweg/Promenade entlang fährt. Und zudem ist es viel interessanter. Vor allem die vielen leerstehenden, schönen alten Häuser. In Rimini selbst den Porto Canale, die vom Künstler Umberto Corsucci geschaffene Bronzestatue Sposa del Marinaio. Die Statue der Seemannsbraut befindet sich auf der Spitze des Molo di Levante in Rimini und ist eine Hommage an alle Frauen, die beim Betrachten des Meeres auf die Liebe gewartet haben - ich musste da jetzt nicht lange warten, meine stand gleich in unmittelbarer Nähe. Aber auch die Altstadt ist ein Besuch wert zum shoppen und schlendern.





Ausflug nach Urbino


Eines der schönsten Dinge in Italien sind einfach die historischen Städte. Also ich habe mein Herz unbedingt in Urbino gelassen. Die Uni-Stadt in den Marken (it. Marche), nur 40 km von Misano entfernt, ist für mich ein Geheimtipp und einfach zu schön, um nicht dort gewesen zu sein. Das übrigens mit dem Auto. Für die Hinfahrt nehmen wir allerdings nicht die Schnellstraße, sondern fahren über das Hinterland. Das Urbino kein Touristenmagnet ist, merkt man bereits an den Preisen. Hier zahlt man für 2 Espressi und ´n Wasser nicht mehr als 5 Euro.





Pittoresk liegt die Altstadt auf einem Hügel und gilt als Wiege der Renaissance und ist seit 1998 aufgrund ihrer gut erhaltenen Struktur mit zahlreichen Prunkbauten aus dem 15. Jahrhundert als UNESCO Welterbe deklariert. Die Landschaft ist ähnlich der Toskana - also einfach ein Traum. Und unterwegs gibt es noch einiges zu entdecken. Zum Beispiel Kunst mitten in der Natur.


Entlang der Strada Provinciale Montefabbri, in den Hügeln des Urbino-Gebiets, ist das Mammutpferd nicht zu übersehen. Es ist das Werk des Marches-Künstlers Gianni Calcagnini.

Die Bedeutung des Pferdes, eines arabischen Stutfohlens, wurde der Legende nach aus einem Wirbelwind geboren, der unmöglich aufzuhalten und zu zähmen ist. Es springst über die Welt und steht für Freiheit ohne Grenzen.





Ein weiteres Kunstwerk wurde jetzt im August in unmittelbarer Nähe aufgestellt: Das Werk aus Eisen, Harzen und farbiger Erde (10,70 x 12 x 14 m) stellt eine große wandernde Gans im Fluge dar.

Sie sticht den Vorbeikommenden sofort ins Auge und lädt für ein Foto ein. Bewußt sind für beide Kunstwerke die Standpukte gewählt worden, um vor allem auch die Schönheit der Landschaft nochmals bewußt wahrzunehmen und einfach kurz innezuhalten um die Entschleunigung zu genießen und sich darüber bewußt zu werden, wie wichtig es ist, die uns umgebende Natur zu schützen.


Also ihr seht, es gibt viel zu tun. Mein Mann findet nämlich, dass jemandem beim Lesen zuzusehen noch langweiliger ist als selbst zu lesen. Da heißt es schon nach einer Stunde Entspannung: So, ich bin fertig, was machen wir jetzt? Aaaahh … !!!



Ciao Sylvie


Teil I. zum Thema Badeurlaub an der Adria findet sich HIER





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